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Hausgeräte und Innenarchitektur

Symbiose aus Technik und Design

Je offener und kommunikativer die Küche, desto höher die Anforderungen an die Hausgeräte. Sie sollen sich harmonisch in den Raum und seine individuelle Architektur einfügen. Wenn sie arbeiten, sollen sie dies geräuschlos tun und sich nicht nur smart bedienen lassen, sondern auch smart agieren und zudem zu einem guten Klima beitragen. Ob Profi-, Hobbykoch oder Newcomer, sie alle sollen von der Intelligenz der Geräte unterstützt werden.

Die Küche entwickelt sich sukzessive zum integralen Bestandteil der Innenarchitektur. Wie schätzen die Elektrogerätehersteller diesen Trend international ein? Welche zusätzlichen funktions- und designtechnischen Anforderungen stellt dieser Trend an sie als Hersteller von Elektrogeräten? Welche Geräte-Lösungen, die die Integration einer Küche in den Wohnraum ermöglichen, werden dazu angeboten?
Berbel Ablufttechnik Vertriebsleiter Markus Wegmann, Karl-Heinz Schneider, Director Sales Küchen- und Möbelhandel Electrolux Hausgeräte GmbH, Neff-Marketingleiter Jens Grubert, Hannes Kolb, Vorsitzender der Geschäftsleitung Küppersbusch Hausgeräte, Steffen Nagel, Vertriebsgeschäftsführer Liebherr Haugeräte, Andreas Enslin, Leiter Miele Designcenter, Derya Turgay-Herz Marketingleitung Oranier Küchentechnik, stellten sich diesen Fragen: „Die offene Küche ist ein Trend, den wir schon viele Jahre begleiten und natürlich auch international beobachten. Deshalb tragen wir ihm in der Entwicklung von neuen Produkten Rechnung. Es ist viel Bewegung in der Branche und die zunehmende räumliche Verschmelzung von Küche und Wohnraum erfordert neue Lösungen. Dieser Trend zeigt auch, dass die Küche nicht mehr als rein funktionaler Arbeitsraum verstanden wird, sondern nahtlos in den Wohnraum übergehen soll“, beobachtet Jens Grubert, Marketingleiter Neff. „Deshalb ist eine gute Planung unerlässlich“, betont Steffen Nagel, Vertriebsgeschäftsführer Liebherr Haugeräte. „Natürlich spielt auch die Lagerung der Lebensmittel dabei eine wichtige Rolle und Kühlschränke werden bewusst als Designhighlight in das Wohnumfeld integriert. Auch in USA ist das Thema Design ein wichtiges Verkaufsargument bei der Küchenplanung.“

„Die Integration von Technik in das Wohnumfeld gewinnt weiter an Bedeutung“, stellt Andreas Enslin, Leiter Miele Designcenter fest. „Das ist in Deutschland noch etwas weniger ausgeprägt als in einigen Auslandsmärkten. Besonders in China und in den USA ist die Akzeptanz größer, dort wird aber auch mehr neu gebaut.“„Ja, aber ich bin davon überzeugt, dass der Anspruch, die Küche als integralen Teil der Innenarchitektur zu etablieren, generell nicht einfach nur ein Trend ist. Die Wünsche des Endkunden werden sich über die nächsten Jahre immer weiter in diese Richtung entwickeln“, schätzt Berbel-Vertriebsleiter Markus Wegmann die Entwicklung ein. Eine Tendenz, die Küppersbusch-Geschäftsführer Hannes Kolb begründet: „Der Trend wird sich auch international ausweiten, denn die Veränderung der Wohnkultur trägt dazu bei. Gerade in Ballungsgebieten, wo bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, verschmilzt die Küche mit dem Wohnraum.“
„Trends wie dieser sind heute ganz klar international ausgerichtet. Das lässt sich sehr gut etwa an der Eurocucina als internationaler Leitmesse für die Küche ablesen: Die Besucher, darunter auch Architekten und Innenarchitekten, kommen aus aller Welt. Entsprechend orientieren sich die Innovationen, die wir dort zeigen an globalen Designs. Sie zeigen sich entsprechend minimalistisch mit wenigen horizontalen Linien, verbunden mit authentischen Materialien“, bilanziert Karl-Heinz Schneider, Director Sales Küchen- und Möbelhandel, Electrolux Hausgeräte GmbH.

„Als Teil des Wohnraums müssen Geräte einige Anforderungen erfüllen, die viel mit Komfort und Design zu tun haben. Geruchs- und Lärmbelästigung sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Das Design muss sich harmonisch in die Innenarchitektur und den Einrichtungsstil integrieren“, weiß auch Derya Turgay-Herz Marketingleitung Oranier Küchentechnik.

„Individualität, Digitalisierung und Gesundheit …

… sind die aktuellen gesellschaftlichen Megatrends. Deshalb greifen unsere Produkte mit smarten Features und individuellen Frischelösungen exakt diese Trends auf. Für die Integration ins moderne Küchenumfeld haben wir ein neuartiges, modulares System entwickelt, das es ermöglicht, künftig zahlreiche Einbaugeräte flexibel miteinander zu kombinieren“, beschreibt Steffen Nagel die Entwicklung im Segment der Kühlgeräte. „Nicht zu vergessen unsere Einbaukühlgeräte im Luxussegment aus der Serie Monolith. Das Zusammenspiel von hochwertigen Materialien wie Glas, Aluminium und Edelstahl und der Gestaltung einer klaren Linienführung gibt der Gerätereihe ein exklusives Design. Fast vollständig leuchtende Seitenwände, die das Geräteinnere sanft und gleichmäßig ausleuchten, machen die Bedienung der Monolith-Geräte zum Erlebnis. Auch dem gesellschaftlichen Megatrend Gesundheit wird der Monolith gerecht. Dank BioFresh-Technologie für eine deutlich längere Frische der eingelagerten Waren zeichnet er sich durch ein zukunftsweisendes und nachhaltiges Lebensmittelmanagement aus.“
„Auf den Trend zur Geräteintegration waren wir mit unserer Einbaugeräte-Generation 6000 bisher schon sehr gut eingestellt. Zur Erinnerung: Seit 2016 führen wir mit ArtLine ein komplettes Produktportfolio für die grifflose Küche. Das bietet so kein anderer Hersteller. Die neue Generation 7000, die im Mai in den Handel kam, beherrscht dieses Thema noch konsequenter“, betont Andreas Enslin.
„Zum einen nimmt der Anspruch an Ästhetik und Design durch diesen Trend zu. Gleichzeitig verstärkt sich auch der Bedarf an leisen und geruchsneutralen Funktionsweisen der Produkte“, beobachtet Hannes Kolb. Dem kann Jens Grubert nur zustimmen: „Eine zum Wohnraum hin offenen Küche muss zum einen alle technischen Funktionen einer Küche erfüllen und zum anderen optisch als Wohlfühlraum wahrgenommen werden. Zusätzlich spielen Themen wie Lautstärke oder Geruch eine entscheidende Rolle.“

Geräte – nie waren sie integrativer, smarter und funktionaler

„Bei maximalem Minimalismus führt dies zu Geräten, die nur aus einer glänzenden schwarzen Front bestehen, mit Touch Control ohne Bedienelemente und selbst ohne Griffe auskommen. Das neueste sind mattschwarze Glas-Oberflächen, die dem Material optisch seine Härte nehmen. Dabei fügen sich unsere Geräte nicht nur in internationale Küchen-Designs ein, sondern sie erfüllen natürlich auch weltweit alle normativen Anforderungen“, betont Karl-Heinz Schneider. „Zugute kommt uns dabei auch unsere Top-Stellung im Professional Bereich. Hier bieten wir Anwendungen, die in der internationalen Küche alle Möglichkeiten bieten, um lokale Gerichte zu kochen. Dieses Knowhow haben wir erfolgreich in Gerätelösungen für die private Küche transferiert. Hier seien als Beispiele etwa das Dampfgaren oder der Teppan Yaki genannt, der mit neuester Induktions-Technologie betrieben wird.“
„In diesem Zusammenhang spielt aber auch gutes und gesundes Kochen ein ganz besondere Rolle. Hier setzen wir bei Oranier mit becook an. Unsere smarten Flächeninduktionskochfelder kommunizieren via Bluetooth mit sensorgesteuertem Kochgeschirr und einer ausgefeilten Rezepte-App von Hestan Cue. Im Zusammenspiel von Kochfeld, Kochgeschirr und App wird das Kochfeld automatisch gesteuert“ schwärmt Derya Turgay-Herz.
„Die Varianz wird größer in der Entwicklung und Fertigung. Wenn man Individualisierung und Integration ernst nimmt, muss das aber sein“, argumentiert Andreas Enslin. „Innerhalb der Generation 7000 bieten wir nun vier Designlinien, drei Farben und eine neue Edelstahlvariante an. Unsere PureLine mit Glasfront und Edelstahlgriff steht für einen klaren, modernen Einrichtungsstil. VitroLine ist mit der flächigen Glasfront und Griffen in Gerätefarbe leicht integrier- und individualisierbar. VitroLine und ArtLine gibt es in den Farben Graphitgrau, Obsidianschwarz und Brillantweiß. Die ArtLine-Serie ist sehr reduziert und verkörpert das Thema „Gerätevollintegration“ mit glatten, grifflosen Fronten konsequent. Mit dem hohen Edelstahlanteil bei ContourLine gehen wir gestalterisch bewusst einen anderen Weg und inszenieren das Produkt und die solide Technik. In dieser Bandbreite gibt es das von keinem anderen Hersteller. Für dieses Portfolio betreiben wir einen sehr hohen Aufwand. Generation 7000 bedeutet weltweit annähernd 3.000 Modellvarianten“, erläutert Andreas Enslin und beschreibt mit seiner Aussage die Komplexität dieser Entwicklung.
„Design unterstützt und emotionalisiert Funktionen. Das sieht man auch im Bereich der Kühlgeräte. Design kann ein Kühlgerät zum optischen Highlight im modernen Wohnumfeld machen“ unterstreicht Steffen Nagel. „Unsere Technologien und Funktionen sind bis ins Kleinste durchdacht und auf den modernen Alltag abgestimmt. Die Innenausstattung ist so gestaltet, dass sie flexibel an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Hinzu kommt unsere SmartSteel-Oberfläche. Diese lässt sich mühelos reinigen und vermeidet sichtbare Fingerabdrücke. Reinigungsfreundlichkeit hat bei uns einen hohen Stellenwert und alle entnehmbaren Teile sind sogar spülmaschinentauglich. Auch das Türöffnen ist dank spezieller Öffnungshilfe mühelos möglich. Das unverwechselbare, minimalistische Design verlangt ein hohes Maß an Präzision im Detail.“

Vollintegriert oder stilbildend, aber auf alle Fälle smart

„Bei ineinander übergehenden Räumen sind gerade vollintegrierte Geräte-Lösungen sehr gefragt“, betont Karl-Heinz Schneider. „Das gilt für Geschirrspüler und Einbau-Kühl-Gefriergeräten aber auch für Kochmulden mit flächenbündigem Einbau, die eine Spezialität der Marke AEG ist: Nichts steht mehr aus der Arbeitsplatte heraus. Wir bieten sogar Mulden ohne Bedruckung: Kochstellen- und Bedienungnungs-Indikation werden durch innovative Unterleuchtung gewährleistet. Und schließlich: Wir arbeiten bei allen Geräten an der Minimierung von Geräuschen, da diese im Wohnumfeld stören.“
Bei offenen Wohnraumlösungen sieht sich Miele mit seiner grifflosen ArtLine-Serie bestätigt: „Backöfen, Dampfgarer, Combi-Dampfgarer, Backöfen mit Mikrowelle, Einbau-Kaffeevollautomat, Wärme- und Vakuumierschubladen plus griffloser Geschirrspüler mit Knock2open-Funktion. Selbst bei freistehenden Kühlgeräten haben wir den seitlichen Eingriff zum Öffnen der Tür. Mit diesem Angebot findet sich immer eine individuelle Lösung auf hohem gestalterischen und technischem Niveau“, versichert Andreas Enslin. „Die meisten unserer Backöfen sind mit dem ökotherm®-Backofen-Katalysator ausgestattet, der schon während des Garvorgangs für Sauberkeit sorgt.
Back- und Bratgerüche in der Küche gehören damit der Vergangenheit an“, erläutert Hannes Kolb. „Bestes Beispiel für ein Gerätedesign, das sich bewusst auf das Wesentliche konzentriert, ist unser Slide&Hide® Backofen mit flächenbündigem Griff“, meldet sich Jens Grubert zu Wort. „Beim Slide&Hide®-Backofen verschwindet die Backofentür nach dem Öffnen vollständig in einem Fach unter dem Ofen und steht nicht im Weg. Das flächenbündige Design fuügt sich nahtlos in die modernen, grifflosen Küchenfronten von heute ein. Ähnlich praktisch und zugleich unauffällig ist unser integrierter Kochfeldabzug. Der Abzug sitzt mittig im Kochfeld und saugt Dampf und Gerüche direkt dort auf, wo sie entstehen. Außerdem hat der Koch buchstäblich den Kopf frei, denn einerseits befindet sich auf Kopfhöhe keine Dunstabzugshaube, andererseits regelt der Luftsensor automatisch die Leistung des Lüfters.“ „Muldenlüftungen bieten nicht nur mehr Funktionalität auf kleinem Raum, sie sind auch geräuscharm und durch den eingebauten Plasmafilter werden Wrasen effizient aus der Kuüche geleitet“, ergänzt Hannes Kolb. „Grund-Funktion und oberste Anforderung bei Dunstabzugshauben ist es, Kochgerüche und Feuchtigkeit aus der Küche zu verbannen.
Dies wird umso wichtiger, wenn Küche und Wohnraum miteinander verschmelzen“, stellt Karl-Heinz Schneider fest. „Wir bieten daher alle Dunsthauben-Lösungen an, die integriert sind: Von der Deckenhaube, die in eine Zwischendecke eingebaut werden kann, über den komplett unsichtbaren Lüfter-Baustein, der im Möbel verschwindet, bis hin zu der Kombination von Kochmulde mit Lüfter, die optisch und auch von der Anordnung den größten Spielraum bietet. Dass dies ein echter „Mega“-Trend ist, sieht man an der Tatsache, dass auf diesem Gebiet jedes Jahr neue, hoch-innovative Lösungen auf den Markt kommen“, so Karl-Heinz Schneider. Als Repräsentant des Dunstabzugshauben-Spezialisten Berbel setzt Markus Wegmann auf „… Hauben mit hohem Designanspruch, ausgezeichneter Qualität, bester Zuverlässigkeit und Smartness. Konnektivität ist dabei essenziell“, betont er. „Dunstabzüge, die sich beim Einschalten des Kochfeldes automatisch aktivieren, werden immer beliebter. Und die Bedienung der Abzüge wird in Zukunft nicht mehr nur an der Haube selbst erfolgen, sondern auch vom Kochfeld aus, via Handy oder über elektronische Home-Assistenten.“
„Besonders in puncto Vermeidung von Geruchs- und Lärmbelästigung setzen wir hier seit Jahren Standards“ betont Derya Turgay-Herz. „Unsere Dunstabzugshauben erfüllen fast alle höchste Fettabscheidegrade und punkten mit besonders leisen Motoren. Gerade die Kochfeldabzüge, die in besonderem Maße zum Trend der wohnraumintegrierten Küche passen, wurden so konzipiert, dass sie zu den leistungsstärksten und leisesten Geräten auf dem Markt gehören. Mit einem Fettabscheidegrad von A bleibt nur noch frische Luft übrig, da Fett und Geruch bestmöglich ausgefiltert wurden. Der zusätzlich erhältliche Anti-Fischgeruch-Filter trägt hier ganz besonders zum Kochvergnügen ohne störende Geruchsbelästigung bei. Und das Ganze ohne Stauraumverlust, da direkt unter dem Kochfeld Schubladen und Auszüge bis zur vollen Tiefe eingebaut werden können.“
Zusammenfassend könnte man es mit Jens Grubert halten: „Bei den Hausgeräten von heute trifft Ästhetik auf maximalen Komfort und gleichzeitig auf perfekte Einbau-Kompetenz, die für Wohnlichkeit sorgt.“

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