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... und sie öffnen sich doch

Grifflose Möbel

Möbel ohne Griffe

17. Februar 2017

Damit wirkt sich die Wahl des Griffs auf das Erscheinungsbild eines Möbels stilgebend aus. Es gibt Griffe, die besonders gut mit rustikalen Möbeln korrespondieren, und andere, die sich fein zurücknehmen. Und je nachdem, ob vertikal oder horizontal eingesetzt, strukturieren Griffe die Oberfläche der Möbel und bestimmen die Raumwirkung auch dadurch mit, dass sie sich aus der Front hervorheben und zudem je nach Lichteinfall Schatten werfen.

Die offenen Konzepte in Architektur und Inneneinrichtung, bei denen Räume ineinander übergehen und Bereiche der Wohnung oder des Hauses miteinander verschmelzen, erfordern eine entsprechende Raumausstattung. Besonders ruhig, modern und elegant wirken Räume, wenn die Möbelfronten nicht durch sichtbare Griffelemente unterbrochen werden. Bequem zu öffnen sind die grifflosen Möbel trotzdem. Entweder erlauben Türen und Schubladenblenden mit nach hinten abgeschrägten Frontkanten, in die Türkante eingefräste Griffmulden oder integrierte Profilgriffleisten den Zugriff, um die Front aufzuziehen. Auch sie können horizontal oder vertikal eingeplant werden und so Einfluss auf die Linienführung im Raum nehmen.
Daneben stehen zudem Systeme zur Öffnungsunterstützung, die mechanisch oder mit elektrischem Antrieb arbeiten, zur Wahl. Bei ihnen reicht ein leichtes Antippen der Möbeltür oder des Auszugs und sie kommen dem Nutzer entgegen. In der Küche bewähren sich Systeme mit Öffnungsunterstützung auch unter ergonomischen Aspekten, wenn mit vollen oder schmutzigen Händen z. b. der Abfallsammler geöffnet werden soll: ein leichter Schubs mit Knie oder Fuß - und schon fährt der Eimer aus dem Schrankinneren. Mittlerweile stehen sogar Backöfen und integrierte Spülmaschinen und Kühlschränke mit einer grifflosen Öffnungstechnik bereit, so dass auch diese technischen Geräte sich ins Wohnumfeld einpassen.

Bildergalerie:

Besonders ruhig, modern und elegant wirken Räume, wenn die Möbelfronten nicht durch sichtbare Griffelemente unterbrochen werden. Foto: Kettnaker
Praktisch hinter grifflosen Türen: Innenauszüge für guten Zugriff. Foto. Kettnaker
Die elektromechanische Öffnungsunterstützung Easys erlaubt, das puristische grifflose Design der Küchen konsequent auf den Kühlschrank zu übertragen. Easys ist so kräftig ausgelegt, dass die magnetische Zuhaltung eines Kühlgerätes leicht überwunden wird und das Paket aus Geräte- und Schranktür nach einem sanften Druck zuverlässig öffnet.  (Foto: nobilia-Werke)
Wo Küche und Wohnzimmer eins werden, ist eine klare Formensprache gefragt: gerne puristisch, geradlinig und grifflos, denn die Hervorhebung einzelner Elemente stört beim Blick aufs Ganze. Diesen Trend greift die neue Einbaugeräteserie ArtLine von Miele auf: Unaufdringlich und elegant zugleich fügt sie sich ins Bild. Das Geräteensemble kommt ganz ohne Griffe aus und passt flächenbündig in die Möbelfronten – ob in Graphitgrau, in Brillantweiß oder Obsidianschwarz. Foto: Miele
Die Funktion des Gerätegriffs übernimmt eine in die Bedienblende integrierte Sensortaste (Touch2open). Beim Berühren dieser Sensortaste wird die verriegelte Tür motorisch entsperrt, gleitet sanft und in der Endstellung zusätzlich gedämpft nach unten – effektvoll und komfortabel. Foto: Miele
Für die Integration in grifflose Möbel ist die vollflächige Isolierglastür des Weinklimaschrankes mit TipOpen-Technologie die perfekte Lösung. Durch Antippen öffnet sich die Glastür von selbst 7 cm weit und erlaubt einen bequemen Eingriff zum vollständigen Öffnen. Wird sie nicht innerhalb von ca. 3 Sekunden weiter geöffnet, schließt sie sich per SoftSystem wieder selbstständig. Foto: Liebherr
Auch die Kombination von Funktionsschränken mit Griffen und monolithisch grifflose Planung von Kücheninsel und gegenüberliegendem Kochzentrum ergibt eine praktikable und zeitgemäße Raumgestaltung. Foto: Ballerina-Küchen