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Geschäftsjahr 2017/18 für Miele mit 4,3 Prozent Umsatzplus

Die Miele-Geschäftsleitung (v.l.): Stefan Breit (Technik), Markus Miele (Geschäftsf. Ges.), Olaf Bartsch (Finanzen/Hauptverw.), Reinhard Zinkann (Geschäftsf. Ges.), Axel Kniehl (Marketing/Vertrieb) (Foto: Miele)

Entgegen demTrend Marktanteile gewonnen

15. August 2018

Trotz rückläufiger Märkte und eines weiter erstarkten Euros bleibe der Familienkonzern Miele auf solidem Wachstumskurs, so die Pressemeldung zum Ergebnis des Geschäftsjahrs 2017/18, das am 30. Juni 2018 geendet hat. 4,1 Milliarden Euro Umsatz erzielte der Hersteller in diesem Zeitraum und damit 167 Millionen Euro oder 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 91 Millionen Euro des Zuwachses stammen von der italienischen Medizintechnik-Tochter Steelco Group, die im Berichtsjahr erstmals in die Konzernrechnung einbezogen wurde. Weltweit haben die Einbaugeräte überproportional zum Erfolg beigetragen. Unter den Vertriebsregionen habe sich Asien besonders dynamisch entwickelt. Im Berichtszeitraum wurden 272 Millionen Euro investiert.

In Deutschland habe Miele 1,21 Milliarden Euro Umsatz erzielt, was einem Plus von 2,4 Prozent entspricht. Damit habe sich das Unternehmen erneut besser entwickelt als die Branche insgesamt – und seine Position als umsatzstärkste Marke für große Hausgeräte im Elektro- und im Küchenfachhandel weiter gefestigt. Im Berichtsjahr wurde Miele in der renommierten Vergleichsstudie Kundenmonitor Deutschland erneut für den besten Service der Branche ausgezeichnet und ist damit seit 25 Jahren die Nummer Eins.

Außerhalb Deutschlands habe Miele vor allem in China deutlich Umsatz hinzugewonnen; überproportionales Wachstum gab es aber auch in Märkten wie Kanada, Österreich und Russland. In Südeuropa setzt Miele in Spanien und Griechenland nach längerer Durststrecke den Erholungskurs weiter fort. Die USA und Australien – für Miele die umsatzstärksten Märkte nach Deutschland – haben in ihren Landeswährungen ein zufriedenstellendes Plus erzielt. Der Anteil des außerhalb Deutschlands erzielten Umsatzes ist mit 70,6 Prozent moderat gestiegen (Vorjahr: 70,0 Prozent).

Fokus auf Digitalisierung und „Faszination Küche“

Auf die Produktgruppen bezogen, wurden insbesondere von den Kochfeldern, Herden/Backöfen sowie den Kaffeevollautomaten deutlich mehr Geräte verkauft als im Jahr zuvor, und zwar jeweils aufgrund überragender Markterfolge neuer Baureihen. Konkret waren dies die „TwoInOne“-Kochfelder mit integriertem Dunstabzug, die deutlich aufgewertete Einstiegsbaureihe „Active“ bei den Herden und Backöfen sowie die preisattraktiven Stand-Kaffeevollautomaten der Reihe CM5. In der Bodenpflege ist der neue Saugroboter Scout RX2 erfolgreich gestartet, mit verdreifachter Saugleistung und Übertragung von Bildern aus der Wohnung aufs Smartphone. Zugleich hat Miele seine Beteiligung an dem koreanischen Unternehmen Yujin Robot, das den Saugroboter für Miele produziert, deutlich aufgestockt, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit bei den Saugrobotern und auch darüber hinaus, zu vertiefen.

Einen weiteren strategischen Meilenstein bedeuten die ersten Investments der 2017 gegründeten Miele Venture Capital GmbH. Hier beteiligt sich Miele an vielversprechenden Start-ups wie loadbee, Plant Jammer, KptnCook und MChef, für neue digitale Services oder noch mehr Kreativität, Komfort und Genussvielfalt in der vernetzten Küche. MChef startet zur IFA 2018 einen weltweit einzigartigen Gourmet-Lieferservice zur Zubereitung exklusiver Menüs im Miele-Dialoggarer („Spitzengastronomie für zu Hause“). Der Dialoggarer selbst sei wenige Wochen vor Ablauf des Geschäftsjahres erfolgreich im Markt gestartet.

Mit der Entscheidung für den Bau eines zweiten Waschmaschinenwerkes in Polen stärkt Miele die Basis für weiteres Marktwachstum in der Wäschepflege mit Blick auf den preislich besonders umkämpften Bereich der Einstiegsgeräte. Parallel wird der Standort Gütersloh weiter gestärkt: als Produktionsstätte für die Mittel- und Oberklassemodelle, die Kleingewerbegeräte und den Waschtrockner – und als Leitwerk der Wäschepflegesparte mit dann drei Standorten. Produktionsstart im neuen Werk ist Anfang 2020, mit zunächst 250.000 Geräten pro Jahr und rund 400 Beschäftigten.

Plus für Miele Professional

Im Geschäftsbereich Professional hat die Miele Gruppe 593 Millionen Euro Umsatz erzielt, 21,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor (ohne Steelco: plus 2,9 Prozent). Mit dem ersten gemeinsamen Messeauftritt auf der weltgrößten Medizintechnik-Messe Medica im November 2017 in Düsseldorf startete auch die neue Arbeitsteilung: Für den weiteren Ausbau des Projektgeschäfts werden alle Aktivitäten zur Ausstattung der zentralen Sterilgutversorgung in Kliniken bei Steelco gebündelt. Im Gegenzug fokussiert sich Miele auf die Kundensegmente Praxen und Labore. Bei den größeren Wäschereimaschinen und den gewerblichen Geschirrspülern sorgen die aktuellen Baureihen „Benchmark“ beziehungsweise „ProfiLine“ für überproportionale Umsatzgewinne.

Erstmals mehr als 20.000 Beschäftigte

Zum Stichtag 30. Juni 2018 beschäftigte die Miele Gruppe 20.098 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich der Steelco Group mit 560 Beschäftigten. Vor allem in den deutschen Werken, in der Vertriebsgesellschaft Deutschland und in der Gütersloher Hauptverwaltung wurde ergänzend Personal eingestellt. Insgesamt arbeiteten in Deutschland am Stichtag 11.225 Menschen für Miele, das entspricht einem Zuwachs um 337 Personen oder 3,1 Prozent.

Zum Beginn des Ausbildungsjahres 2018 (1. September) werden an deutschen Standorten erneut etwa 500 junge Menschen einen von 30 kaufmännischen oder technischen Berufen erlernen. 120 von ihnen absolvieren einen dualen Studiengang.

Bei der erstmaligen Teilnahme an dem renommierten Benchmark-Projekt „Great Place To Work“ belegte das Unternehmen den ersten Platz unter den Arbeitgebern mit mehr als 5.000 Beschäftigten. Für seine auf Chancengleichheit ausgerichtete Personalpolitik erhielt Miele im Berichtsjahr darüber hinaus das Prädikat „Total E-Quality“. Am 1. März eröffnete Miele in Gütersloh seine erste eigene Kita.

Hohe Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Miele insgesamt 272 Millionen Euro investiert, 47 Millionen Euro oder 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Rund zwei Drittel des Gesamtbetrags flossen in die Entwicklung neuer Geräte sowie in Ausbau, Umrüstung und Modernisierung des internationalen Produktionsverbunds der Miele Gruppe. Neue Flagship-Stores („Miele Experience Center“) eröffnete Miele unter anderem an den Standorten Brisbane, Calgary, Dubai, Istanbul und zuletzt in Astana (Kasachstan).



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