Serpentine Pavilion 2026 A Serpentine, Entwurf von Isabel Abascal und Alessandro Arienzo (LANZA atelier). Design-Rendering, Luftansicht. © LANZA atelier. Courtesy Serpentine.
Architektur zwischen Landschaft, Material und sozialem Raum
Der Serpentine Pavilion 2026 wird von dem mexikanischen Architekturstudio LANZA atelier realisiert. Gegründet wurde das in Mexiko-Stadt ansässige Büro im Jahr 2015 von Isabel Abascal und Alessandro Arienzo. Mit dem Entwurf mit dem Titel a serpentine verantwortet LANZA atelier die 25. Ausgabe der international renommierten Pavillonreihe in den Kensington Gardens in London.
Der Pavillon wird am 6. Juni 2026 bei Serpentine South eröffnet und ist bis zum 25. Oktober 2026 öffentlich zugänglich. Unterstützt wird das Projekt – wie bereits in den vergangenen elf Jahren – von Goldman Sachs als Hauptsponsor.

Formprinzip Serpentine: Historische Konstruktion neu interpretiert
Gestalterische Grundlage des Entwurfs ist die sogenannte Serpentine- oder Crinkle-Crankle-Wall, eine historische englische Mauerform mit wellenförmigem Verlauf. Diese Bauweise, deren Ursprünge bis ins alte Ägypten zurückreichen und die später von niederländischen Ingenieuren nach England gebracht wurde, bietet durch ihre Geometrie hohe Stabilität bei reduziertem Materialeinsatz.
LANZA atelier greift dieses Prinzip auf und überträgt es in eine zeitgenössische architektonische Sprache. Der Pavillon besteht aus einer geschwungenen Ziegelwand, die Bewegung lenkt, Blickbeziehungen steuert und Übergänge zwischen Offenheit und Rückzug definiert. Die Nähe zum Serpentine-See wird dabei bewusst aufgegriffen – sowohl sprachlich als auch formal.
Materialität, Konstruktion und räumliche Qualität
Als Hauptmaterial kommt Ziegel zum Einsatz. Damit knüpft der Entwurf sowohl an die englische Gartenarchitektur als auch an die bestehende Backsteinfassade der Serpentine South Gallery an, die ursprünglich selbst als Teepavillon genutzt wurde. Die Ziegelstruktur ist so aufgebaut, dass sie von geschlossenen zu durchlässigen Bereichen übergeht und Licht, Luft und Blickbeziehungen zulässt.
Ein leicht wirkendes, transluzentes Dach ruht auf schlanken Ziegelsäulen und erinnert an eine Baumgruppe innerhalb des Parks. Der Pavillon fügt sich in die bestehende Baumkrone ein, ohne diese zu beeinträchtigen. Architektur, Landschaft und Nutzung verschmelzen zu einem offenen, klimatisch wirksamen Raum, der Aufenthalt, Austausch und Programm gleichermaßen ermöglicht.

LANZA atelier: Architektur als kollektive Erfahrung
Isabel Abascal und Alessandro Arienzo verstehen Architektur als dialogischen Prozess. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen öffentlicher Architektur, Wohnbauten, Infrastrukturprojekten und Möbeldesign. Charakteristisch ist der intensive Einsatz von Zeichnungen und physischen Modellen als Entwurfsinstrumente sowie das Interesse an alltäglichen, informellen räumlichen Situationen.
Der Serpentine Pavilion 2026 wird damit nicht nur als temporäre Architektur, sondern als sozialer Raum gedacht. Über den Sommer und Herbst hinweg dient er als Plattform für ein interdisziplinäres Programm aus Vorträgen, Performances, Filmvorführungen und Diskursformaten.
25 Jahre Serpentine Pavilion: Kontext und Bedeutung
Mit der Ausgabe 2026 feiert die Serpentine Pavilion-Reihe ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass kooperiert Serpentine mit der Zaha Hadid Foundation. Zaha Hadid entwarf im Jahr 2000 den ersten Serpentine Pavilion und prägte damit den experimentellen Anspruch der Reihe nachhaltig.
Die Auswahl von LANZA atelier erfolgte durch ein Gremium unter Leitung von Serpentine-CEO Bettina Korek und Artistic Director Hans Ulrich Obrist. Mit LANZA atelier wird nach Frida Escobedo im Jahr 2018 zum zweiten Mal ein mexikanisches Architekturbüro mit dem Pavillon beauftragt.
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