Lasserhaus in Brixen wurde von Vudafieri-Saverino Partners als Kombination aus Art Hotel und privater Residenz neu organisiert. Der Umbau integriert neue Nutzungen in die denkmalgeschützte Gebäudestruktur des 15. Jahrhunderts. Alle Fotos: Paolo Valentini
Ein denkmalgeschütztes Stadtpalais aus dem 15. Jahrhundert, eine private Kunstsammlung und ein Nutzungskonzept zwischen Residence und Hospitality: Mit dem Projekt Lasserhaus in Brixen entwickelt Vudafieri-Saverino Partners eine architektonische Neuordnung eines historischen Bestandsgebäudes.
Historisches Gebäude mit öffentlicher und privater Nutzung
Im historischen Zentrum von Brixen überarbeitete Vudafieri-Saverino Partners das denkmalgeschützte Lasserhaus, eine aristokratische Residenz aus dem 15. Jahrhundert. Das Gebäude befindet sich seit rund vierzig Jahren im Besitz der Familie F. und umfasst mehr als 1.500 Quadratmeter auf vier Ebenen.
Die unteren beiden Geschosse nehmen heute das Art Hotel Lasserhaus auf. Die beiden oberen Ebenen wurden als private Wohnräume der Eigentümerfamilie ausgebaut. Das Projekt verbindet damit Hospitality- und Wohnnutzung innerhalb eines vollständig unter Schutz stehenden Bestandsgebäudes.
Vudafieri-Saverino Partners entwickelte den Eingriff gemeinsam mit mehr als 40 lokalen Handwerksbetrieben. Ziel war die funktionale Neuordnung des Gebäudes, ohne dessen historische Identität aufzugeben.
Dachgeschossumbau als räumliches Zentrum der Residenz
Im Mittelpunkt des Umbaus stand die Transformation des ehemaligen Dachgeschosses. Die Architekten entwickelten daraus den zentralen Wohnbereich der privaten Residenz. Jeder Raum erhielt eine eigenständige volumetrische Ausformung mit unterschiedlichen Höhen, Blickachsen und Übergängen.
Große Dachgauben, Terrassen und Oberlichter öffnen die zuvor geschlossenen Bereiche und bringen Tageslicht tief in die Struktur des Gebäudes.

Eine besondere Rolle übernimmt die historische Treppenanlage, die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert nach der Zusammenführung zweier Gebäude entstand. Vudafieri-Saverino Partners integrierte hier einen verglasten Bodenabschluss, der die öffentliche Hotelnutzung von der privaten Wohnebene trennt. Daraus entstand ein wintergartenartiger Übergangsbereich zwischen Küche und Essbereich.

Wohnräume zwischen Kunstsammlung und Bestand
Die private Residenz erstreckt sich über rund 650 Quadratmeter. Der Zugang erfolgt über die ehemalige Kapelle des Gebäudes, die heute als Galerie für sakrale Kunst genutzt wird. Historische und zeitgenössische Werke begleiten die Raumfolge durch das gesamte Haus.



Durchgang mit Bestandsspuren
Materialität und Innenarchitektur distanzieren sich bewusst von klassischen Tiroler Gestaltungsmustern. Statt regionaler Zitate setzt das Projekt auf reduzierte Oberflächen, Metall, Glas und präzise gesetzte Farbelemente. Maßgefertigte Einbauten ergänzen die historische Struktur.



Art Hotel integriert zeitgenössische Kunst in den Bestand
Die öffentlichen Bereiche des Art Hotel Lasserhaus befinden sich in den unteren beiden Geschossen. Lobby, Rezeption, Bibliothek, Frühstücksraum sowie neun Gästezimmer greifen die historische Gebäudestruktur auf und kombinieren sie mit zeitgenössischer Innenarchitektur.


Zum Kunstkonzept gehören Arbeiten von Peter Kogler, Alexander Wierer, Ingrid Hora, Esther Stocker und Petra Polli. Die Werke wurden in unterschiedliche Bereiche des Hotels integriert und beziehen sich auf die Geschichte des Gebäudes.

Die Innenräume arbeiten mit Materialien wie Lärche, Buche, Messing und Samt. Große Teile der Möblierung entstanden als Sonderanfertigungen nach Entwurf der Architekten. Die Farbpalette orientiert sich an den Tönen herbstlicher Waldlandschaften und alpiner Materialien.
Architektur- und Interior-Konzept von Vudafieri-Saverino Partners
Das Architektur- und Interior-Design-Konzept stammt von Claudio Saverino und Tiziano Vudafieri. Projektleiterin war Elisa Zhu. Zum Designteam gehörten Alessandra Bottiroli, Francesca Fantini, Ioana Leordean, Margherita Mezzetti, Anna Petrara, Vanessa Ramponi, Irene Sobrino, Maddalena Trojsi, Carlotta Ferro Garel und Sabrina Sala. Die fotografische Dokumentation übernahm Paolo Valentini.
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