Von links: Sabine Giebel, Friedrich Giebel, Mike Giebel (Geschäftsführer Möbel Harrmann), Anke Knitter, zweite Stellvertreterin des Präsidenten der Bürgerschaft, Eva-Maria Kröger, Oberbürgermeisterin der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Dr. Wolfgang Blank, Wirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern, sowie Dr. Heinrich Prophet, Präsident der Bürgerschaft, bei der Ehrung von Möbel Harrmann als „Rostocker Familienbetrieb des Jahres 2025“. Foto: Danny Gohlke.
Eine Unternehmensauszeichnung würdigt selten nur den Moment. Im Fall von Möbel Harrmann steht sie zugleich für eine Entwicklung, die über Jahrzehnte reicht. Das Rostocker Einrichtungshaus wurde als „Familienbetrieb des Jahres 2025“ ausgezeichnet – eine Ehrung für einen Betrieb, dessen Geschichte von Enteignung, Neuanfang und einer früh geregelten Unternehmensnachfolge geprägt ist.
Für den inhabergeführten Möbelhandel rückt die Auszeichnung damit Themen in den Mittelpunkt, die viele Familienunternehmen beschäftigen: langfristige Verantwortung, regionale Verwurzelung und Kontinuität über Generationen hinweg.
Familienunternehmen zwischen Tradition und Zukunft
Die Auszeichnung als „Rostocker Familienbetrieb des Jahres 2025“ würdigt bei Möbel Harrmann weit mehr als den aktuellen Unternehmenserfolg. Das 1965 gegründete Einrichtungshaus gehört seit vielen Jahren zum GARANT Geschäftsfeld Wohnen und erhielt den Staatspreis des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern im Rostocker Rathaus. An der Preisverleihung nahmen unter anderem Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank sowie Anke Knitter, zweite Stellvertreterin des Präsidenten der Bürgerschaft, teil.
Geschichte als Fundament
Die Entwicklung des Unternehmens spiegelt zugleich ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte wider. Während der zunehmenden Verstaatlichung des privaten Handels in der DDR wurde Möbel Harrmann 1972 enteignet und in den VEB BMK Industrie- und Hafenbau eingegliedert. Erst nach der Wiedervereinigung gelang es dem Gründer, den Betrieb zurückzukaufen und wieder eigenständig weiterzuführen. Aus dieser Entwicklung entstand ein Unternehmen, das heute zu den etablierten Einrichtungshäusern der Region zählt.
Verantwortung mit Kontinuität
Auch die persönliche Entwicklung von Geschäftsführer Mike Giebel ist eng mit dem Unternehmen verbunden. Seine Laufbahn begann 1981 mit einer Tischlerlehre bei Möbel Harrmann. Nach dem Studium zum Diplom-Ingenieur für Holztechnik kehrte er in seinen Ausbildungsbetrieb zurück und übernahm später die Geschäftsführung. Seit 1996 führt er das Unternehmen gemeinsam mit Sabine Giebel. In ihrer Laudatio bezeichnete Anke Knitter, zweite Stellvertreterin des Präsidenten der Bürgerschaft, den Betrieb als „beständig, mutig, werteorientiert – und unverzichtbar für die wirtschaftliche und kulturelle Stärke unserer Stadt“.
Auch der GARANT Verband ordnet die Auszeichnung als Beispiel für die Bedeutung inhabergeführter Unternehmen ein. Dominic Loy, Verbandsleiter Geschäftsbereich Wohnen, erklärte: „Möbel Harrmann ist ein Paradebeispiel dafür, wie inhabergeführte Unternehmen heute erfolgreich sein können: regional verwurzelt, traditionsbewusst und gleichzeitig zukunftsorientiert.“

Regionale Verwurzelung
In seiner Dankesrede eröffnete Mike Giebel mit den Worten: „Ich muss ganz ehrlich gestehen, als der Anruf aus dem Rathaus kam war mein erster Gedanke ‚Oh Gott, die Gewerbesteuer wird erhöht‘.“ Anschließend dankte er seiner Frau, den Mitarbeitenden und der Stadt Rostock. „Es ist für uns eine große Ehre, die Auszeichnung als Rostocker Familienbetrieb 2025 entgegenzunehmen. Rostock ist nicht nur unser Standort, sondern auch unsere Heimat“, sagte Giebel. Zum Abschluss betonte er: „Diese Auszeichnung ist für uns ein Ansporn, weiterhin Verantwortung zu übernehmen für unsere Mitarbeitenden, unsere Stadt und unsere Zukunft.“
Perspektive über Generationen
Zur langfristigen Ausrichtung des Unternehmens gehört auch die geregelte Nachfolge. Mit Friedrich Giebel steht die nächste Generation bereit, das Familienunternehmen weiterzuführen. In seiner Rede verwies Mike Giebel darauf, dass eine familieninterne Nachfolgeregelung keineswegs selbstverständlich sei: „Deshalb sind meine Frau und ich unglaublich stolz, dass unser Sohn Friedrich diesen Weg weiter geht.“ Die Auszeichnung verweist damit nicht nur auf die bisherige Entwicklung des Unternehmens, sondern auch auf dessen langfristige Perspektive als inhabergeführter Betrieb.
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