Daniel Hager ist neuer Präsident des ZVEI. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Hager Group sprach beim eSummit 2026 unter anderem über industrielle KI, europäische Mikroelektronik und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Europa.
Der neue Präsident des ZVEI setzt klare industriepolitische Akzente: Weniger regulatorische Hürden für industrielle KI, mehr Investitionen in europäische Mikroelektronik und bessere Rahmenbedingungen für energieintensive Technologien. Beim eSummit 2026 in Frankfurt am Main wurde Daniel Hager für drei Jahre an die Spitze des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie gewählt.
Mit seinen Forderungen adressiert Daniel Hager zentrale Themen, die auch die Gebäude-, Energie- und Smart-Building-Branche betreffen – von digitalisierten Gebäuden über Elektrifizierung bis hin zu intelligenten Stromnetzen.
Industrielle KI soll schneller in die Praxis kommen
In seiner Antrittsrede betonte Daniel Hager die Rolle der deutschen Elektro- und Digitalindustrie bei der industriellen Anwendung künstlicher Intelligenz. Potenziale sieht der ZVEI insbesondere in Bereichen wie Robotik, Prozessindustrie, Gebäudetechnik und Energieinfrastruktur.
Gleichzeitig kritisierte der ZVEI Präsident regulatorische Doppelstrukturen in Europa. Zwar sei der jüngste KI-Omnibus-Kompromiss ein Fortschritt, dennoch würden Unternehmen weiterhin mit parallelen regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Besonders bei industriellen und medizinischen Anwendungen müsse Bürokratie reduziert werden.
Für Hersteller intelligenter Gebäudetechnik und automatisierter Energiesysteme könnten vereinfachte regulatorische Prozesse Entwicklungs- und Innovationszyklen deutlich beschleunigen.
Mikroelektronik wird zur strategischen Schlüsseltechnologie
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen ZVEI-Präsidentschaft liegt auf dem Ausbau europäischer Mikroelektronik. Hintergrund ist eine aktuelle Studie des Verbands, nach der sich der Halbleiterbedarf in Europa bis 2040 verdoppeln soll.
Für die europäische Industrie geht es dabei nicht nur um Versorgungssicherheit, sondern auch um technologische Unabhängigkeit. Halbleiter gelten als zentrale Grundlage für vernetzte Gebäude, intelligente Haushaltsgeräte, Energiemanagementsysteme und industrielle Automatisierung.
Der ZVEI fordert deshalb den gezielten Ausbau des europäischen Mikroelektronik-Ökosystems sowie langfristige industriepolitische Investitionen in Schlüsseltechnologien.
Energiepolitik bleibt zentraler Wettbewerbsfaktor
Auch die Energiepolitik stand im Mittelpunkt der Rede. Hager sprach sich für eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß aus und verwies auf die Bedeutung wettbewerbsfähiger Energiepreise für Industrie und Verbraucher.
Gerade im Gebäudesektor sei Elektrifizierung ein zentraler Zukunftsfaktor – etwa bei Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur oder intelligentem Energiemanagement. Laut ZVEI beeinflussen hohe Strompreise unmittelbar die Akzeptanz elektrischer Mobilität und elektrischer Wärmelösungen.
Daniel Hager formulierte dabei eine klare industriepolitische Perspektive:
Die Zukunft von Mobilität, Gebäuden und Energieversorgung sei elektrisch.
Langjähriges Engagement im ZVEI
Daniel Hager engagiert sich seit 15 Jahren im ZVEI. Er war unter anderem Vorsitzender des Fachverbands Elektroinstallationssysteme sowie Vorsitzender der Plattform Gebäude. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hager Group.
Zu den neu gewählten Vizepräsidenten gehören Dr. Peter Körte (Siemens), Dr. Frank Meyer (Bosch) sowie Dr. Peter Weckesser (Schneider Electric).
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