Deutsche Möbelindustrie – Außenhandelsstatistik 2025 veröffentlicht durch die Verbände der Deutschen Möbelindustrie; stabilisierte Exportumsätze bei schwachem Binnenmarkt und wachsender Importkonkurrenz prägen die Marktentwicklung. .
Möbelexporte 2025 auf Vorjahresniveau: Die deutsche Möbelindustrie exportiert Waren im Wert von 8,2 Mrd. € (+0,1 %), während die Importe auf 10,7 Mrd. € (+10,3 %) steigen. Wichtigster Absatzmarkt bleibt Frankreich, deutliche Exportverluste zeigt der Markt China (−30 %).
Stabile Auslandserlöse, schwacher Binnenmarkt und zunehmender Preisdruck: Die Außenhandelszahlen der deutschen Möbelindustrie zeigen eine Verschiebung der Marktgewichte.
Die deutschen Möbelausfuhren haben 2025 laut vorläufiger Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts rund 8,2 Milliarden Euro erreicht. Damit lagen die Exporte nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (plus 0,1 Prozent), nachdem in den Jahren 2023 und 2024 Rückgänge verzeichnet worden waren.
Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, ordnet die Entwicklung vor dem Hintergrund der Binnenmarktsituation ein. Angesichts der anhaltenden Schwäche des Heimatmarkts sei die Stabilisierung des Auslandsgeschäfts für die Branche wesentlich. Zugleich bleibe das internationale Marktumfeld volatil, unter anderem durch Unsicherheiten in der US-Zollpolitik.
Die deutsche Möbelindustrie erzielte im vergangenen Jahr 34 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Ausland.

Europa bleibt wichtigster Absatzraum
Frankreich blieb mit rund 1,3 Milliarden Euro wichtigster Einzelmarkt und bewegte sich auf Vorjahresniveau. Zuwächse verzeichneten die Lieferungen in die Schweiz mit plus 3,5 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro.
Rückgänge gab es dagegen in mehreren Nachbarländern:
- Österreich: minus 4,8 Prozent
- Niederlande: minus 0,8 Prozent
- Vereinigtes Königreich: minus 4,8 Prozent
- Belgien: minus 0,3 Prozent
Positiv entwickelten sich Südeuropa-Märkte. Die Exporte nach Italien stiegen um 9,3 Prozent, nach Spanien um 7,7 Prozent. In Spanien wirkt sich insbesondere der Wohnungsbau auf den Einrichtungsbedarf aus.

USA-Geschäft belastet Küchenmöbel
In den Vereinigten Staaten – dem zehntwichtigsten Exportmarkt – gingen die Möbellieferungen um knapp 6 Prozent auf 238 Millionen Euro zurück. Besonders betroffen war die Küchenmöbelindustrie. Dieses Segment verzeichnete einen Rückgang um 17 Prozent auf 41,5 Millionen Euro.
Jan Kurth führt dies auf handelspolitische Maßnahmen zurück. Die US-Zölle verteuerten Produkte auf dem amerikanischen Markt und erzeugten Unsicherheit entlang der Lieferketten. Aus Branchensicht seien verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich. Die Verbände sehen mittelfristig weiterhin Wachstumspotenzial in den Vereinigten Staaten. Der gemeinsame Auftritt deutscher Hersteller auf der Küchenfachmesse KBIS in Orlando stieß laut Verband auf positive Resonanz.

Uneinheitliche Entwicklung außerhalb Europas
Außerhalb Europas verlief die Entwicklung differenziert. Die Ausfuhren nach China sanken um rund 30 Prozent. Dagegen legten Lieferungen in die Golfregion zu:
- Saudi-Arabien: plus 13 Prozent
- Vereinigte Arabische Emirate: plus 22 Prozent
Die Branche erwartet dort zusätzliche Nachfrageimpulse.

Steigende Importe erhöhen Preisdruck
Parallel dazu wuchsen die Möbeleinfuhren nach Deutschland deutlich. Die Importe stiegen um 10,3 Prozent auf rund 10,7 Milliarden Euro.
Wichtigstes Lieferland blieb China. Die Einfuhren erhöhten sich um 9,3 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Chinesische Hersteller lenkten nach Einschätzung der Verbände Waren stärker nach Europa um, da sie diese aufgrund von US-Einfuhrzöllen nicht mehr in den Vereinigten Staaten absetzen können. Daraus resultiere zusätzlicher Preisdruck auf dem deutschen Markt.
Mit einem Anteil von 29,5 Prozent lag China knapp vor Polen mit 29 Prozent Importanteil.

Ausblick 2026
Für das laufende Jahr erwartet Jan Kurth eine leichte weitere Erholung des Auslandsgeschäfts. Bereits im vierten Quartal des Vorjahres sei eine Belebung erkennbar gewesen.
Die Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts erfasst den gesamten grenzüberschreitenden Warenverkehr, einschließlich Umsätzen von Handels- und Vertriebsgesellschaften. Die Umsatzstatistik der Branche berücksichtigt dagegen ausschließlich direkte Ausfuhren aus deutscher Produktion.
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