Hans-Dieter Lauten, Inhaber der GARANT Gruppe, ist am 13. August im Alter von 80 Jahren verstorben. Die Einrichtungs- und Verbundgruppenbranche verliert mit ihm einen Unternehmer, der ihre Entwicklung über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
Dabei war Hans-Dieter Lauten nicht allein Unternehmer. Wer ihn kannte, erlebte einen weltoffenen, neugierigen Menschen, der sich für andere Länder, Menschen und deren Sichtweisen interessierte. Kulturelle Unterschiede verstand er nicht als etwas Trennendes, sondern als Bereicherung und als Chance, voneinander zu lernen. Gleichzeitig blieb er seiner ostwestfälischen Heimat und seinen Wurzeln eng verbunden.

Verwurzelt und weltoffen
„Wenn man die Zukunft gestalten will, ist es wichtig zu wissen, wo man herkommt.“ Kaum ein Satz beschreibt Hans-Dieter Lauten und sein unternehmerisches Denken treffender. Seine Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln hielt ihn nie davon ab, über Grenzen hinauszudenken. Im Gegenteil: Seine persönliche Weltoffenheit prägte auch seinen Weg als Unternehmer.
Hans-Dieter Lauten, diplomierter Kaufmann, trat 1972 nach seinem betriebswirtschaftlichen Studium mit Schwerpunkt Marketing an der Universität Münster in das 1956 von seinem Vater Josef gegründete Unternehmen ein. Bereits 1975 gründete er die verbandseigene Zentralregulierungsgesellschaft.
Ein Unternehmer mit Weitblick
Mitte der 1980er Jahre reagierte Hans-Dieter Lauten auf die absehbaren Strukturveränderungen im Markt mit seiner „Modulstrategie“. Sie ermöglichte den angeschlossenen Fachhandelsunternehmen, ihr Angebot über zielgruppenspezifische Marketingkonzepte zu spezialisieren, und wurde zu einem wichtigen Baustein für die weitere Entwicklung der GARANT Gruppe.
Über rund ein Jahrzehnt entstanden Betriebstypen-Module und Kollektionen für unterschiedliche Segmente des mittelständischen Fachhandels: Gutes Wohnen und Wohndesign für konventionelle und designorientierte Einrichtungshäuser, Küchen Areal für Küchenspezialisten sowie Morgana/Gutes Schlafen für den spezialisierten Bettenfachhandel. Ende der 1990er Jahre erweiterte GARANT das Verbundgruppengeschäft mit Bad + Haus auf das SHK-Handwerk.
Hans-Dieter Lauten war überzeugt, dass gemeinsamer Erfolg im Mittelstand nur dort entstehen kann, wo die Interessen von Handel und Handwerk auf der einen und die der Industriepartner auf der anderen Seite kooperativ zusammengeführt werden. Und das länderübergreifend.
Seine Offenheit gegenüber anderen Ländern und Kulturen spiegelte sich auch in der Entwicklung der GARANT Gruppe wider. Ab Ende der 1980er Jahre trieb Hans-Dieter Lauten deren Internationalisierung voran. Er engagierte sich in der europäischen Zusammenarbeit der Verbundgruppen und entwickelte das internationale Profil durch strategische Allianzen, Beteiligungen und die Gründung von Landesgesellschaften weiter.
Vertrauen in Menschen
So wichtig Strategie und unternehmerische Entwicklung für Hans-Dieter Lauten waren, so wichtig waren ihm die Menschen, die diesen Weg mitgingen. Das Wohl der „GARANT-Familie“ lag ihm am Herzen. Dazu zählte er Mitarbeiter ebenso wie Geschäftspartner aus Handel, Handwerk und Industrie.
Seinen Mitarbeitern schenkte er zunächst eines: Vertrauen. „Er ließ machen!“ Gleichzeitig war Hans-Dieter Lauten offen für konstruktiven Dialog und Diskurs, zielstrebig, klar und direkt in der Ansprache. Ideen und Impulse anderer griff er auf und bezog sie in die Entwicklung des Unternehmens ein.
Der Vollblutunternehmer wurde hausintern mit großem Respekt „HDL“ genannt. Hans-Dieter Lauten dachte strategisch, setzte sich mit ganzer Kraft für seine Ideen ein und besaß zugleich den Mut, mit einem Projekt auch einmal zu scheitern und daraus zu lernen.
Anfang der 2000er Jahre zog sich Hans-Dieter Lauten aus dem operativen Geschäft zurück und legte die Geschicke der Gruppe in die Hände des Managements. Im Aufsichtsrat konzentrierte er sich fortan auf seine strategisch beratende und impulsgebende Aufgabe – weiterhin mit Interesse an Marktentwicklungen und neuen Geschäftsmodellen.
Auch die Zukunft der Branche beschäftigte ihn. In der GARANT-Lauten-Stiftung engagierte sich Hans-Dieter Lauten für die Nachwuchsförderung. Die soziale Verantwortung des Unternehmens in der Region um den Firmensitz in Ostwestfalen war ihm ebenfalls eine Herzensangelegenheit.
Die Zukunft früh geregelt
Hans-Dieter Lauten hatte frühzeitig dafür Sorge getragen, dass die GARANT Gruppe auch nach seiner Zeit als unabhängige und eigenständige Unternehmensgruppe weitergeführt werden kann. Er verfügte, dass das Unternehmen mit seinem Tod in eine Stiftung überführt wird. Aufsichtsrat, Management und das gesamte GARANT-Team werden die Gruppe in seinem Sinne weiterführen.
Hans-Dieter Lauten ist nach langer schwerer Krankheit verstorben. Bis zuletzt trug er diese Bürde mit bemerkenswerter Stärke und Zuversicht. Die GARANT-Familie wie die gesamte Branche verlieren mit ihm eine Persönlichkeit, die das Unternehmen und viele Menschen in ihrem Umfeld über Jahrzehnte begleitet und geprägt hat.
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