Die Blum-Gruppe schließt das Wirtschaftsjahr 2024/2025 mit einem Umsatz von 2441,48 Mio. Euro ab. Grafik: Blum
Der österreichische Beschlagspezialist Julius Blum GmbH mit Sitz in Höchst (Vorarlberg) hat das Wirtschaftsjahr 2024/2025 per 30. Juni 2025 erfolgreich abgeschlossen. Das traditionsreiche Familienunternehmen erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 2.441,48 Millionen Euro, was einem Wachstum von 6,3 % bzw. 144 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Nach zwei rückläufigen Geschäftsjahren gelingt Blum damit eine signifikante Rückkehr auf Wachstumskurs – trotz eines weiterhin von Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen geprägten Marktumfelds.
Zentrale Erfolgsfaktoren: Produktvielfalt und internationale Marktpräsenz
Laut Geschäftsführer Philipp Blum resultiert das Wachstum aus zwei entscheidenden Faktoren: Erstens konnte Blum die Verkaufsmengen über alle Produktgruppen hinweg steigern – insbesondere bei Scharniersystemen, Führungs- und Boxsystemen, Klappenbeschlägen sowie der innovativen Produktneuheit REVEGO, einem kompakten Pocketsystem zur funktionalen Raumgestaltung. Zweitens wurde die belgische Tochtergesellschaft Van Hoecke, langjähriger Vertriebspartner und Produzent hochwertiger Möbelkomponenten für die Märkte Belgien, Niederlande und Luxemburg, zum 1. Juli 2024 vollständig in den Umsatz integriert.
Globale Verteilung der Märkte
Mit 34 Tochtergesellschaften weltweit bleibt die internationale Präsenz ein stabilisierender Faktor. Die Umsatzverteilung im Geschäftsjahr 2024/2025 gliedert sich in 45 % Europa, 15 % USA und 40 % restliche Welt. Die USA behaupten sich weiterhin als größter Einzelmarkt – gestützt durch lokale Produktion im Werk North Carolina, das höchste Flexibilität und Marktnähe ermöglicht. In Westeuropa zeigt sich der Markt stabilisiert, während insbesondere in den Regionen Osteuropa und Asien-Pazifik ein positiver Aufwärtstrend erkennbar ist. Die Situation in China bleibt angespannt.
Martin Blum, Geschäftsführer der Blum-Gruppe, betont: „Unsere Stärke liegt in der lokalen Nähe zu unseren Kunden und der Flexibilität, regionale Entwicklungen gezielt auszugleichen.“
Innovationskraft auf der interzum 2025
Ein Höhepunkt im Geschäftsjahr war der Auftritt auf der Interzum 2025 in Köln, der Weltleitmesse für Möbelzulieferer. Blum präsentierte dort unter anderem:

- das neue Boxsystem PLICOBOX, speziell für den Wohn- und Schlafbereich
- die Scharniersysteme M BLUMOTION 105° und CLIP top BLUMOTION 105° mit integrierter Dämpfung
- eine weiterentwickelte Version des REVEGO-Systems für noch mehr kreative Anwendungen
- das Servicekonzept BEYOND COMPONENTS, mit dem sich Blum langfristig als umfassender Lösungsanbieter positionieren will
Die Innovationsleistung des Unternehmens wird auch durch 61 neu angemeldete Patente im Jahr 2024 unterstrichen – das bedeutet Platz zwei im Patent-Ranking des Österreichischen Patentamts.
Investitionen in den Standort Vorarlberg und internationale Präsenz
Im vergangenen Geschäftsjahr investierte die Blum-Gruppe rund 185 Mio. Euro , vorwiegend in den Hauptstandort Vorarlberg. Dazu zählen Werks- und Gebäudeerweiterungen in Werk 2 in Höchst und Werk 4 in Bregenz sowie neue Produktionsanlagen für aktuelle und künftige Produkte. Zusätzlich wurden internationale Showrooms überarbeitet oder neu eröffnet, darunter das Blum Experience Center in Singapur sowie ein gemeinsamer Schauraum mit dem Tiroler Holzwerkstoffhersteller EGGER in London.

Personalentwicklung und Fachkräftenachwuchs im Fokus
Zum 30. Juni 2025 beschäftigt Blum weltweit 9.846 Mitarbeitende, davon 6.732 in Vorarlberg. Die Ausbildung junger Fachkräfte bleibt ein strategischer Eckpfeiler: Im Herbst 2025 starten rund 100 neue Lehrlinge ihre Ausbildung, insgesamt bildet Blum über 400 Auszubildende in Österreich, den USA, Polen und China aus.

Klare Worte zur Wettbewerbsfähigkeit Europas
Philipp Blum und Martin Blum nehmen klar Stellung zu aktuellen wirtschaftspolitischen Entwicklungen. Der zunehmende Bürokratieaufwand sowie unausgewogene Regelwerke wie das EU-Emissionshandelssystem (ETS) und die kommende CBAM-Verordnung führen laut der Geschäftsführung zu Wettbewerbsverzerrungen. Während Rohmaterialien wie Aluminium unter die Regulierungen fallen, sind Fertigprodukte wie Beschläge nicht erfasst – ein Nachteil für produzierende Unternehmen innerhalb der EU.
Philipp Blum dazu: „Wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt, aber unausgereifte Regelungen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen.“ Die Forderung an die Politik: Stabile Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und eine wirtschaftlich handlungsfähige Europäische Union.
Ausblick 2025/2026: vorsichtiger Optimismus
Trotz steigender Rohstoff- und Personalkosten zeigt sich die Blum-Gruppe mit dem Verlauf des Geschäftsjahres zufrieden. Die Unternehmensstrategie basiert weiterhin auf Kundennähe, Innovation, Nachhaltigkeit und internationaler Präsenz. Die beiden Geschäftsführer blicken – mit vorsichtigem Optimismus – zuversichtlich auf das kommende Jahr.
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