Küchenmöbelindustrie in Deutschland, 1. Halbjahr 2026:
Die Branche erzielte einen Umsatz von 1,425 Milliarden Euro. Besonders das Exportgeschäft blieb mit einer Exportquote von 45,71 Prozent ein zentraler Wachstumstreiber.
Datengrundlage: Statistisches Bundesamt und VdDK, Monatsbericht nach Fachzweigen Deutschland, 1. Halbjahr 2026. Grafische Aufbereitung und Redaktion: Yvonne Davy/küche +architektur
Die deutsche Küchenmöbelindustrie behauptet sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld: Während die gesamte Möbelindustrie im ersten Halbjahr 2026 rückläufig war, konnte die Küchenmöbelbranche ihren Umsatz steigern. Vor allem das internationale Geschäft bleibt ein zentraler Wachstumstreiber.
Export stabilisiert die Branche trotz schwacher Gesamtentwicklung
Die deutsche Küchenmöbelindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gesamtumsatz von 1,425 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum von 3,58 Prozent.
Damit entwickelt sich die Branche deutlich besser als die deutsche Möbelindustrie insgesamt. Während Küchenmöbelhersteller zulegen konnten, verzeichnete die Gesamtbranche im gleichen Zeitraum einen Umsatzrückgang von 3,06 Prozent.
Besonders stabilisierend wirkte erneut das Auslandsgeschäft. Die Exportquote lag im Halbjahresdurchschnitt bei 45,71 Prozent und damit weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der gesamten Möbelindustrie.
Auslandsgeschäft bleibt zentraler Wachstumstreiber
Der Inlandsumsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 774 Millionen Euro. Das entsprach einem moderaten Plus von 3,22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Dynamischer entwickelte sich dagegen das Auslandsgeschäft. Der Auslandsumsatz stieg um 4,01 Prozent auf 651,5 Millionen Euro.
Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage innerhalb der Eurozone. Dort erzielten die deutschen Küchenmöbelhersteller einen Umsatz von 511,3 Millionen Euro – ein Zuwachs von 6,53 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahlen unterstreichen die hohe Bedeutung internationaler Absatzmärkte für die deutsche Küchenmöbelindustrie. Fast jeder zweite Euro wird inzwischen im Ausland erwirtschaftet.
Monatliche Entwicklung zeigt stabile Nachfrage
Auch im Jahresverlauf zeigte sich die Nachfrage vergleichsweise stabil. Im März 2026 lag der Umsatz der Branche bei 482,1 Millionen Euro – nach 472,3 Millionen Euro im Februar und 471,1 Millionen Euro im Januar.
Der Inlandsumsatz erreichte im März 266 Millionen Euro. Gleichzeitig lag die Exportquote im März bei 44,83 Prozent.
Möbelindustrie insgesamt weiter unter Druck
Im Gegensatz zur positiven Entwicklung der Küchenmöbelbranche blieb die deutsche Möbelindustrie insgesamt im ersten Halbjahr 2026 rückläufig.
Die Branche erzielte einen Gesamtumsatz von 3,807 Milliarden Euro und lag damit 3,06 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Vor allem das Inlandsgeschäft entwickelte sich schwach. Der Inlandsumsatz sank um 4,73 Prozent auf 2,503 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz konnte dagegen leicht um 0,33 Prozent auf 1,304 Milliarden Euro zulegen.
Die Exportquote der gesamten Möbelindustrie lag bei 34,3 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau der Küchenmöbelindustrie.
Beschäftigung und Betriebszahlen leicht rückläufig
In der deutschen Küchenmöbelindustrie waren im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 17.391 Beschäftigte tätig. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Rückgang von 1,53 Prozent.
Auch die Zahl der Betriebe ging zurück. Durchschnittlich waren 43 Unternehmen aktiv – 4,44 Prozent weniger als im Vorjahr.
Gleichzeitig stiegen die geleisteten Arbeitsstunden leicht um 0,94 Prozent auf 6,426 Millionen Stunden. Die bezahlten Entgelte erhöhten sich um 4,54 Prozent auf 209,8 Millionen Euro.
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Unternehmen trotz rückläufiger Betriebszahlen weiterhin mit stabiler Auslastung arbeiten.
Internationale Märkte bleiben entscheidend
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die deutsche Küchenmöbelindustrie ihre vergleichsweise starke Marktposition vor allem dem internationalen Geschäft verdankt.
Insbesondere die Nachfrage innerhalb der Eurozone entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv. Gleichzeitig bleibt der heimische Markt stabiler als in anderen Segmenten der Möbelindustrie.
Für Hersteller und Zulieferer dürfte die Entwicklung der europäischen Absatzmärkte deshalb auch in den kommenden Monaten ein entscheidender Faktor bleiben.
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