Datenquelle: VDM – Presseinformation „Deutsche Möbelindustrie: Umsatz liegt im ersten Quartal 2026 um 3 Prozent unter Vorjahr“, 20.05.2026.
Die deutsche Möbelindustrie ist mit rückläufigen Umsätzen in das Jahr 2026 gestartet. Vor allem die schwache Inlandsnachfrage belastet die Branche, während sich die Küchenmöbelindustrie gegen den Negativtrend behauptet. Laut amtlicher Statistik setzte die Branche im ersten Quartal rund 3,8 Milliarden Euro um. Das entspricht einem Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während der Auslandsumsatz leicht um 0,3 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro stieg, sank der Inlandsumsatz um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro.
Konsumklima und steigende Produktionskosten belasten die Möbelbranche
Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, verweist auf die Auswirkungen gestiegener Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen sowie auf die zunehmende Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Laut GfK fiel die Anschaffungsneigung im April auf ein Zwei-Jahres-Tief. Auch das ifo Institut meldete eine deutlich verschlechterte Stimmung innerhalb der deutschen Möbelindustrie.
Fast 30 Prozent der vom Verband befragten Hersteller planen im zweiten Quartal Kurzarbeit. Im ersten Quartal lag der Anteil noch bei 33 Prozent.
Zusätzlich erhöhen steigende Energiepreise die Produktionskosten der Unternehmen. Nach Angaben von Jan Kurth sehen sich viele Hersteller mit höheren Preisen für Spanplatten, Metallbeschläge, Polsterschäume und Logistikdienstleistungen konfrontiert. Gleichzeitig belasten die US-Zollpolitik, steigende Möbelimporte, Konsumzurückhaltung sowie die schwache Baukonjunktur die Branche zusätzlich.
Küchenmöbelindustrie entwickelt sich gegen den Branchentrend
Positiv entwickelte sich im ersten Quartal ausschließlich die Küchenmöbelindustrie. Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro.
Rückläufig entwickelten sich dagegen nahezu alle übrigen Segmente der deutschen Möbelbranche. Besonders deutlich fiel das Minus bei Polstermöbeln mit 9 Prozent auf 221 Millionen Euro aus. Auch sonstige Möbel und Möbelteile verzeichneten mit minus 7,7 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro einen deutlichen Rückgang.
Der Umsatz mit Büromöbeln sank um 5 Prozent auf 464 Millionen Euro. Bei Ladenmöbeln lag das Minus bei 3,8 Prozent auf 432 Millionen Euro. Die Matratzenindustrie erreichte mit 110 Millionen Euro einen Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zahl der Möbelbetriebe und Beschäftigten sinkt weiter
Auch die Zahl der Möbelbetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten ging weiter zurück. Im Durchschnitt des ersten Quartals reduzierte sich die Zahl der Unternehmen um 6,5 Prozent auf 374 Betriebe. Die Zahl der Beschäftigten sank um 5,2 Prozent auf 65.454.
Verband fordert wirtschaftspolitische Impulse
Jan Kurth fordert stabilisierende Signale der Politik für Konsumenten und Unternehmen. Nach Angaben des Verbands seien steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau sowie zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Baukonjunktur notwendig. Zudem brauche es günstigere Rahmenbedingungen für private Investitionen in Wohneigentum.
Der Verband setzt auf eine bessere Nachfrageentwicklung ab dem zweiten Halbjahr 2026.
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