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Die deutsche Möbelindustrie hat im ersten Halbjahr 2025 nach amtlicher Statistik einen Umsatz von rund 7,9 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einem Rückgang von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen war der Inlandsmarkt, auf dem die Umsätze um 6,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro sanken. Im Auslandsgeschäft fiel der Rückgang mit 2,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro deutlich moderater aus. Die Exportquote konnte leicht auf 34,1 Prozent gesteigert werden, nach 33,4 Prozent im Vorjahr.
Laut Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, belasten insbesondere die schwache Konsumstimmung, der rückläufige Wohnungsbau sowie die Zollpolitik der USA das Geschäft. In einer Umfrage gaben 36 Prozent der Unternehmen an, im dritten Quartal den Einsatz von Kurzarbeit zu planen. Hinzu kommt eine zunehmende Bürokratie, etwa durch die EU-Entwaldungsverordnung, die mit erheblichen Implementierungskosten, zusätzlichem Personalaufwand und laufenden Ausgaben verbunden ist.
Umsatzrückgang gemildert
Für das Gesamtjahr 2025 rechnet die Branche mit einem Umsatzrückgang von rund 3 Prozent. Damit würde sich die negative Entwicklung zwar fortsetzen, jedoch weniger stark ausfallen als im Jahr 2024, als die Umsätze um 7,8 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro gesunken waren. Insgesamt umfasst die deutsche Möbelindustrie derzeit rund 400 Betriebe mit etwa 69.000 Beschäftigten.
Küchenmöbelindustrie zeigt sich stabil
Innerhalb der einzelnen Marktsegmente zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Küchenmöbelindustrie erwies sich mit einem Umsatzrückgang von lediglich 2 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro als stabilster Bereich. Deutlich schwächer entwickelten sich die Segmente Polstermöbel und Matratzen, deren Umsätze um 8 beziehungsweise 18,8 Prozent zurückgingen. Auch die Sparte der sonstigen Möbel – darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel sowie Möbelteile – verzeichnete ein Minus von 5,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Hersteller von Büromöbeln mussten einen Umsatzrückgang von 14,5 Prozent auf rund 940 Millionen Euro hinnehmen, während die Produzenten von Laden- und Objektmöbeln ein Plus von 2,1 Prozent auf fast 975 Millionen Euro erzielen konnten.
Unterschiedliche Dynamik im internationalen Geschäft
Im Außenhandel ergaben sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Während die Ausfuhren nach Frankreich, Österreich, den Niederlanden und in das Vereinigte Königreich zurückgingen, legten die Lieferungen in die Schweiz, nach Italien und insbesondere nach Spanien zu. In die USA konnten die Exporte im ersten Halbjahr zwar um 3,7 Prozent auf 132 Millionen Euro gesteigert werden, jedoch rechnen 85 Prozent der dort tätigen Unternehmen mit Rückgängen infolge der aktuell geltenden Zölle in Höhe von 15 Prozent. Besonders stark betroffen war das Exportgeschäft nach China, das um 42 Prozent zurückging.
Steigende Importe
Parallel dazu stiegen die Möbelimporte nach Deutschland spürbar an. In den ersten sechs Monaten erhöhten sie sich um fast 15 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Hauptlieferländer sind China mit einem Anteil von 30 Prozent und Polen mit 28 Prozent, beide mit deutlichen Zuwächsen. Auch Italien und Vietnam steigerten ihre Lieferungen erheblich. Damit kletterte der Importanteil am deutschen Möbelmarkt auf 59,8 Prozent nach 53,1 Prozent im Vorjahr.
Aussicht auf leichte Belebung
Die Branche rechnet für den Herbst mit einer leichten Belebung der Nachfrage. Nach dem Ende der Urlaubszeit rückt das eigene Zuhause erfahrungsgemäß stärker in den Fokus der Verbraucher. Steigende Realeinkommen könnten zudem dazu beitragen, aufgeschobene Möbelkäufe nachzuholen. Chancen sieht die Möbelindustrie insbesondere im Renovierungsbedarf der Haushalte.
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